John Wimber – der Vater der Vineyard-Bewegung

Bene Müller, John Wimber und Martin Bühlmann in BernAuf dem Weblog von Martin habe ich ein schönes Bild entdeckt. Bene Müller, John Wimber und Martin Bühlmann mit den denkbar schönsten Dauerwellen. John Wimber war mehrere Male in Bern und auch in Deutschland zu Kongressen und zählt sicherlich zu den prägensten geistlichen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. In Deutschland wurde sein Name ausschließlich mit den Begriffen wie Zeichen und Wundern sowie Heilung in Verbindung gebracht.

Das ist sicherlich auch richtig, jedoch brachte John in vielen Feldern christlicher Existenz seinen Beitrag. Er legte die Grundlagen für den Werteorientierten Gemeindebau, etablierte ein funktioneles Verständnis von Führung, prägte handlungsorentierte Jüngerschaft, multiplizierte zeitgemäße, innige Anbetungsmusik, die heute ein ganzes Musikgenre ‘Worship’ füllt. Er legte einen gemeindebezogenen Rahmen für Prophetie und Mission und brachte das Engagement für die Armen und für Soziale Gerechtigkeit aus der Schmuddelecke der ‘Sozial Bewegten’ zurück in die evangelikale Arena. Nicht zuletzt legte er mit dem Verständnis vom Reich Gottes, das sich in den gedanklichen Linien von Oscar Cullmann und George Ladd bewegt, ein theologisches Fundament, das mit Paradoxonen und mit unauflösbaren Spannungspaaren umgehen kann. Eine Perle für den postmodernen Menschen, der ernsthaft biblische Linien und das Handeln im Heute verstehen und einordnen will.

Ein Mann an dem sich zeitlebens die Geister schieden. Ein Mann nicht ohne Fehler, aber mit viel Bereitschaft, sich für Jesus zum Narren zu machen. ‘I’m a fool for Christ, whose fool are you’ war einer seiner Leitsätze. Beispiel gefällig? John sitzt eines Tages in der Hotellobby und liest Zeitung. Eine Frau betritt den Raum und nähert sich der Reception. John blickt auf und liest auf ihrer Stirn das Wort ‘Ehebruch’. Er murmelt noch ein: ‘Wie ich solche Aufträge hasse …’ und steht auf. Er geht auf die Frau zu und sagt zu ihr: ‘Was auch immer sie vorhaben, warum auch immer sie hierher gekommen sind, drehen sie bitte sofort um und gehen sie nach Hause zu ihrem Mann.’ Die Frau wird kreideweiss und frägt, wer er sei. John antwortet: Mein Name tut nichts zur Sache, als vielmehr der, der mich gesandt hat – Jesus Christus.

Wie die Geschichte endet ist zweitrangig. Die Botschaft des von schwerer Krankheit gezeichneten Lebens von John Wimber ist eine so einfache, wie mächtige. Sind wir bereit mit der Führung des Heiligen Geistes zu rechnen und dann auch gehorsam zu tun, was wir verstanden haben. Oder mit anderen Worten: Glaube buchstabiert man R – I – S – I – K – O.

Ich habe ihn als junger Mann auf einer Konferenz in Californien erlebt. Er war damals bereits schwer krank. Konnte kaum reden und sprach vom Reich Gottes und seinen Werken, dann hatte er einige jüngere Menschen um sich herum, die Worte der Erkenntnis weitergaben und dann beteten sie für die Kranken. Der kranke Mann betete für die Kranken. Was für ein Eindruck. Ich bin dankbar und auch ein kleines bischen Stolz, dass ich heute Teil der weltweiten Vineyard-Familie bin, die das Erbe dieser Baby-Boomer-Generation von Jesusnachfolgern in die Postmoderne trägt. Wir werden unseren Teil dazu beitragen, dass Menschen von heute Jesusnachfolge und Gemeinde für sich entdecken können. Viele wesentliche Grundlagen legte John Wimber mit seiner geistlichen Reise.