Persönliches Fazit und Podcasts der Leiterkonferenz

Leiterkonferenz 2008

Die Tage in Berlin waren sehr intensiv für mich. Ich gehe zu solchen Veranstaltungen ohne spezifische Erwartung, jedoch bin ich offen für Impulse und Prozesse, die mich formen können. Nicht nur die Tatsache, dass mehr als 400 Personen dieses Jahr zusammen waren, zeigt mir, dass die Bewegung in Bewegung kommt. Es erfüllt mich über die letzten Jahre mit so noch nie gekannter Dankbarkeit Teil einer Familie zu sein, der man zu Recht die Hoffnung zuschreiben kann, eine gestaltende Kraft in D.A.CH. in den kommenden Jahren zu sein. Wir sind ein ‚Gemüse in der Suppe‘ das ist richtig, ich wüsste jedoch nicht welches andere Gemüse ich sein wollte.

Die Podcasts sind nun verfügbar unter …

Damit einher geht meine Empfindung mehr und mehr in dieser Bewegung anzukommen und nicht nur Beobachter, sondern Träger/Mitspieler zu sein. Es ist eine bewegende Erfahrung für mich, die Menschen zu beobachten, die in Berlin zusammen kommen. Es ist eine Qualität, die leidenschaftlich, jesusmässig und ungeteilt ist. Die drei großen inhaltlichen Linien zeichneten Martin mit seinen Abendreferaten, Richard mit den Bibelarbeiten über 2. Timotheus und Ulrich Eggers mit Referaten untertags.

Von Martin nehme ich mit, dass sich Leiterschaft und unsere Entwicklung in Autorität in den Dimensionen UP, IN und OUT entfaltet. Jesus führte die Jünger in den Auftrag ein (OUT). Der Auftrag ist bspw. in Jes. 61,1 beschrieben und er gilt uns heute ihn zu TUN. Das war und ist bereits in 2007 und 2008 für mich eine persönliche Priorität. Es begann mit unserem Dienen im Gaisrain, wurde weitergeführt, bewusst mit VIPs zu leben und neue kennen zu lernen. Dazu habe ich bereits im Sommer Gottes Stimme gehört und habe dann Ideen von Arno Backhaus – das ‚Geld verteilen‘ umgesetzt. In den letzten Wochen war ich immer wieder auf der Webseite der Causeway Coast Vineyard und war angekickt von der Idee, Heilung und Gegenwart Gottes auf die Straße zu bringen. Sie haben dazu ein Trainingshandbuch, das mich dazu sehr insipiriert.

Martin hat mit IN eine Familien-Kultur beschrieben, die in authentischen Beziehungen ein unaufgebbares Fundament christlicher Gemeinschaft legt. Ich darf mit Martin ja nun seit 2-3 Jahren Weg gehen und es für mich eine der ganz großen Lernerfahrungen zu sehen wie er in seiner Herkunftsfamilie, wie auch in der Gemeindefamilie Beziehungen lebt. Werde nie eine Projektbesprechung an der Leiterkonferenz 2006 in Berlin vergessen. Es ging um die Auswertung von jesusmässig. Details sind nicht relevant, jedoch konnte ich beobachten, wie er und Bene Müller miteinander umgingen. Es kam mir – ich übertreibe nicht – ein bisher nicht gekanntes Maß an Wertschätzung, Verpflichtung und Liebe zwischen diesen beiden Männern entgegen, das mir ein neues Bild von ‚Bruderschaft‘ gegeben hat. Meine das nicht romantisch – diese Beziehung ist nicht konfliktfrei und diese Männer werden sicher auch immer wider mal schuldig aneinander – doch dieses Bonding war weit mehr als ‚wir sind christlich nett zueinander‘. Diese Qualität (nicht Perfektion) suche ich seitdem auch in meinen Beziehungen.

Mit UP zeichnete Martin die Leidenschaft für Jesus im Kontrast zu sichtbarem Lebenserfolg. Vieles kann kommen, aber auch wieder vergehen – die Leidenschaft für Jesus darf und wird alles überdauern. Dieses Verständnis finde ich sehr hilfreich und ich kann auch sagen, dass mich eben diese Leidenschaft für die Person Jesu immer wieder aufgerichtet hat, auch wenn ich versagt habe, auch wenn andere Menschen mit enttäuscht haben oder auch die Umstände mich überforderten und frustrierten. Während der Konferenz waren auch gerade die Ministry-Zeiten für mich eine wichtige Gelegenheit zu lernen. Lernen mit dem Heiligen Geist zusammen zu arbeiten. Der Vineyard-Way ist ein Weg, der dem Heiligen Geist Raum gibt zu handeln, ohne das Gefühl zu vermitteln, hier wird etwas produziert, gepusht oder gar manipuliert wird. Lorna Randell sprach in 2007 zu uns über den Worship-Stil als ‚direct, clear and non-mystic‘. Das gilt für mich auch für die Ministry-Zeiten. Wenn ich die Ministry-Zeit am Donnerstag und am Freitagabend vergleiche wird das deutlich. Martin lud am Donnerstag den Heiligen Geist ein und nichts Sichtbares zumindest passierte – so schloss er alsbald mit einem ‚Amen‘ ab. Am Freitag hingegen begann der Heilige Geist zu handeln, ohne dass besonders eingeladen wurde, als Marius buchstäblich ‚versuchte‘ eine Ansage zu dem Projekt ‚Verliebt in Berlin‘ zu machen und es ihm, sowie seiner Mutter, die dann aushelfen wollte, nicht gelang vor lauter Manifestationen. Es liegt an Seinem Willen und Seinem Handeln. Ich habe Martin an der Zeltstadt im August 2007 erlebt. Er lud den Heiligen Geist noch vor seinem Referat ein und es blieb kein Stein auf dem anderen. Am vergangenen Donnerstag passierte nix. Der Heilige Geist ist nicht verfügbar, sondern, es geht um dienende Kooperation mit Ihm. So lerne ich, mutiger zuzulassen was Er vorhat und mich immer wieder bewusst dafür zu entscheiden, dass Er die Leitung hat und ich dieser Leitung Raum geben will.

Uli Eggers insgesamt spürte man ab, dass er aus einem anderen Stall kommt, wie wir, jedoch waren seine Gedanken sehr bereichernd. Was bei mir hängen blieb war einmal die ‚eine Version des Lebens‘. Es hat Kraft, wenn man ein Leben im Licht führt und es keine dunklen Bereiche gibt. Wie schnell kann man sich an zwei Versionen von ‚Soll‘ und ‚Ist‘ gewöhnen. Sei es im persönlichen wie auch im gemeindlichen Leben. Es ist ja natürlich dass es einen Unterschied gibt. Die Übereinstimmung von beidem wird erst im Himmel erfahrbar sein, jedoch ist es gefährlich, wenn man an der Oberfläche das ‚Soll‘ vorgibt und man das ‚Ist‘ verbirgt. Authentisches Christsein kann beides zeigen und weiß sich in den Fehlern, dem Versagen und der Schuld getragen von dem gekreuzigten Christus und Brüdern und Schwestern, die einen lieben, obwohl sie einen kennen. Dazu sagte Uli Eggers, dass gerade idealistische Gemeinden und Bewegungen für diese Dynamik besonders gefährdet sind, da sie das ‚Soll‘ ja so klar und inspirierend formuliert haben. Finde ich eine wichtige Einsicht. Es ist Führungsaufgabe auf jeder Ebene unserer Bewegung, ein Klima von Liebe, Annahme und Vergebung zu stärken, sodass Menschen nicht unter einer falschen Soll-Konformität leiden und in ihrem Ist alleine gelassen werden. Ich habe über die Jahre hinweg viele ‚charismatische Leichen‘ kennen gelernt, die dem Tempo, den Erwartungen und dem Glaubens-Level in Gemeinden und Gruppen nicht gewachsen waren. Das ist lebensfeindlich und verhindert und zerstört die Absichten Gottes mit uns Menschen.

Zu Richard Clinton habe ich zwei wesentliche Gedanken mitgenommen. GLAUBE ist die Fähigkeit und die Bereitschaft das Glas halbvoll zu sehen. Als er fragte, wer eher das halbleere Glas sieht, habe ich mich nicht angesprochen gefühlt, da ich ja ein hoffnungsfroher Optimist bin. Doch bereits einige Minuten später war mir deutlich, wie oft ich die negative Abweichung sehe und dies mich abhält vom Wesentlichen. Das zweite war die Anfrage, welche Rolle die Bibel in meinem Leben spielt und wieviel die Sekundärliteratur. Ich sehe welche Zugangsschwierigkeiten ich heute immer noch habe, die Schätze der Schrift zu entdecken und für mein Leben nutzbar zu machen. Ein Thema das mich nicht los lässt und mal sehen, welche Schritte ich da gehen kann.

Ein schönes Licht zum Ende der Zeit war für mich der Samstagnachmittag, den wir als Württemberger gemeinsam verbrachten. Es war eine Innigkeit und Vollmacht da, wie es mir einfach Freude macht. Es ist schön zu sehen wie sich ein Aufbruch aufbaut und Stück für Stück Dinge zusammen kommen. Freue mich sehr auf die Weggemeinschaft mit meinem Freunden und auf das vor uns liegende Jahr.